Smartphones im Feuerwehreinsatz

Informationen stehen im Digitalzeitalter dank des mobilen Internets zu jeder Zeit und an nahezu jedem Ort zur Verfügung.

Inzwischen finden sich zahlreiche Apps für Feuerwehrleute in den Stores. Ob es sich dabei um eine echte Hilfe für den Einsatz oder mehr um Spielereien handelt muss im einzelfall geprüft werden.

jedes fünfte Handy ein Smartphone

Smartphones

Jedes fünfte Handy in Deutschland ist inzwischen schon ein so genanntes Smartphone. Diese Geräte ermöglichen von fast überall den Zugriff auf das Internet und lassen sich mit zusätzlichen Programmen von den Anwendern aufrüsten. Experten sind sich sicher: schon in wenigen Jahren wird es kaum noch klassische Handys geben.


Für die Anwendung in der Feuerwehr gibt es bereits viele Apps, die im Alltag und im Einsatzdienst helfen können. Bei der schnelllebigen Entwicklung ist es allerdings nicht möglich, einen Überblick über das gesamte Angebot und die verschiedensten Anwendungsbereiche zu geben.


Beispiele für Anwendungsbereiche:

  • Ausbildung und Lernen
  • Gefährliche Stoffe
  • Nachrichten
  • Funk und Alarmierung
  • Wetter & Naturgewalten
  • verschiedenes zum Löscheinsatz
  • Gesetze und Grundlagen
  • Unterhaltung

Durch die Eingabe von Suchbegriffen, wie "Feuerwehr", "Notruf" oder "Erste Hilfe" lassen sich die Angebote  relativ schnell auffinden.

Nützliches für Privates, Dienst-Alltag und Einsatz

eine App für die Feuerwehr

Durch die Verwendung von Apps in der Ausbildung lassen sich auch eher "trockene" Themen über die neuen Informationskanäle vermitteln. Dabei liegt es nahe, dass die Verwendung von Smartphones im Feuerwehrdienst nicht ad hoc geschehen kann und erst einmal in Übung und Ausbildungs ausprobiert werden sollte. 

Da Feuerwehren solche Geräte (noch) nicht für den Dienstbetrieb beschaffen und einsetzen, findet die Verwendung bisher nur von einzelnen Einsatzkräften privat statt. Durch den täglichen Umgang sind sie mit dem eigenen Gerät vertraut und in der Bedienung geübt.


Informationen stehen schnell, kompakt und gut aufbereitet zur Verfügung und werden so zu einer wirklichen Unterstützung bei Übungen und im Einsatz.

Einteilung der Feuerwehr-Apps

Die Feuerwehrdienstvorschrift 100 teilt die Führungsmittel in drei unterschiedliche Klassen ein:
Führungsmittel zur Informationsgewinnung, Informationsverarbeitung und Informationsübertragung. Diese Klassen lassen sich auch auf die vorhandenen Apps für den Einsatzdienst anwenden.


Die Informationsgewinnung stellt einen wesentlichen Baustein zum Verlauf eines Einsatzes dar und wird durch Apps gut abgebildet. "Entscheidungen sind nur so gut wie die zu Grunde liegenden Informationen", so ein allgemeiner Grundsatz. Daher ist es für Führungskräfte der Feuerwehr besonders wichtig, einen schnellen und kompakten Überblick zu vorhandenen Informationen zu bekommen.


An der Einsatzstelle steht oft nicht genug Zeit zur Verfügung, um verschiedene Informationsquellen zu nutzen und die Daten umfangreich zusammenzustellen. Apps für die Informationsgewinnung sollten daher ein schnelles und intuitives Bedienen ernöglichen. Die vorhandenen Informationen müssen so aufbereitet sein, dass in kurzer Zeit die wesentlichen Erkenntnisse erfasst werden können. Der Inhalt aus den Apps darf aber nicht ohne kritische Beurteilung berücksichtigt werden. Gerade bei Informationsquellen, die erst kürzlich veröffentlicht und daher nicht intensiv durch fachkundige Anwender getestet wurden, kann es noch zu Fehlern kommen.

Ein Problem bei der Informationsübertragung bereitet allerdings die Netzabdeckung und die Verfügbarkeit des mobilen Internets. Da im Gegensatz zu dem Funknetz der BOS eine Abhängigkeit vom öffentlichen Handynetz besteht, ist auch die Ausfallwahrscheinlichkeit (Überlastung, Unwetter...) höher. Diese Unwägbarkeit bei der Sicherstellung einer ausreichenden Verbindung führt dazu, dass die genannten Möglichkeiten nur als Ergänzung funktionieren und die vorhandenen Kommunikationsmittel noch nicht ersetzen können.
Bei den heute bestehenden und immer weiter anwachsenden Anforderungen an BOS-Organisationen im Einsatz wird es immer wichtiger, getroffenen Entscheidungen und die dazu führenden Informationen festzuhalten und zu dokumentieren.
So können mittlerweile Fotos und Videos in beeindruckender Qualität angefertigt werden. Durch Sprachnotizen lässt sich auch die sofortige Dokumentation komplettieren.

Atemschutzüberwachung mit dem iPhone?

In der praktischen Anwendung für die Atemschutzüberwachung kann das iPhone nicht überzeugen. Durch die unübersichtliche Darstellung auf dem Display ist es schwierig, sich einen schnellen Überblick zu verschaffen. Die Eingabe von Namen, Werten und Notizen nimmt mehr Zeit in Anspruch als das einfache Notieren mit einem Stift.


Bei einigen Tests wurde kein wirklicher Vorteil gegenüber der konventionellen Variante festgestellt. Daher ist momentan ausdrücklich von einem Einsatz von Smartphones zur Atemschutzüberwachung abzuraten.

Problematisch ist in diesem Zusammenhang auch:

  • die Akkulaufzeit
  • Einsatz bei Regen und Schnee
  • ein mögliches Herunterfallen des Smartphones
  • usw.

Rückfallstufen erhalten

Die Gefahr, das Smartphones versagen und ausfallen, ist größer als bei den heute üblichen und konventionellen Mitteln. Im Gegensatz zum iPhone kann das Gefahrstoffhandbuch ohne Schaden herunterfallen und auch im Regen sind keine besonderen Schutzhüllen oder ähnliches erforderlich.
Bei einigen Apps befinden sich die vorgehaltenen Daten nicht lokal auf dem iPhone , sondern müssen über eine bestehende Internetverbindung abgerufen werden. Hierfür ist es nicht nur wichtig, das überhaupt Empfang des Handynetzes vorhanden ist, sondern ebenfalls die Qualität des Signales, welche die mögliche Surf-Geschwindigkeit bestimmt. In weiten Teilen Deutschlands sind bereits mobile Hochgeschwindigkeitsverbindungen möglich. In ländlichen Regionen gibt es jedoch oft nur eine minimale Verbindungsgeschwindigkeit, welche für viele Anwendungen nicht ausreichend ist.

Quelle: Feuerwehr Magazin 01/12


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