Feuerlöscher
Ein Feuerlöscher ist ein tragbares Kleinlöschgerät mit einem Gesamtgewicht von maximal 20 Kilogramm. Er enthält Löschmittel, das durch gespeicherten oder bei Inbetriebnahme erzeugten Druck ausgestoßen wird und dient dem Ablöschen von Klein- und Entstehungsbränden.
Leider gibt es keinen Feuerlöscher, der Brände aller Art und überall löschen kann. Um den richtigen Feuerlöscher zu finden, müssen Sie zunächst feststellen, welche brennbaren Materialien vorhanden sind.
Die in einem Feuerlöscher verwendeten Löschmittel sind auf Grund ihrer Löschwirkung für bestimmte Arten von Bränden bzw. für bestimmte brennbare Stoffe geeignet, die in fünf Brandklassen eingeteilt sind.
Die Brandklassen, für die ein Feuerlöscher geeignet ist, sind auf jedem Feuerlöscher angegeben und mit Piktogrammen abgebildet und durch die Buchstaben A, B, C, D und F abgekürzt. Aus der Eignung eines Feuerlöschers für bestimmte Brandklassen, leitet sich auch häufig der umgangssprachliche Name ab, so ist beispielsweise ein ABC-Löscher für die Brandklassen A, B und C geeignet.
Kennzeichnung auf Feuerlöschern

- Muster für die Beschriftung eines Feuerlöschers nach DIN EN 3
Feuerlöscher besitzen nach EN 3-5 fünf Schriftfelder:
Schriftfeld enthält: das Wort Feuerlöscher, die Füllmenge, Art des Löschmittels und dessen Löschvermögen.
Schriftfeld enthält: die Bedienungsanleitung in Schriftform und als Piktogramm, ebenso die Brandklassen für die der Feuerlöscher geeignet ist.
Schriftfeld enthält: Warnhinweis für den Gebrauch bei elektrischen Anlagen.
Schriftfeld enthält: Beschreibung des Löschmittels, des Treibmittels, des Funktionsbereiches, Nummer der Anerkennung und Typenbezeichnung.
Schriftfeld enthält: Angaben zum Hersteller
Feuerlöscher müssen:
- für wenig geübte und in der Brandbekämpfung unerfahrene Personen leicht zu bedienen sein,
- ein Gewicht unter 20 kg haben,
- die vorgeschriebene Mindestlöschleistung gewährleisten,
- nach Inbetriebnahme innerhalb 5 Sekunden voll wirksam sein,
- ein nicht gesundheitsschädliches Löschmittel enthalten,
- typgeprüft sein,
- zugelassen sein,
- eine bebilderte Bedienungsanleitung besitzen,
- über eine Unterbrechungseinrichtung abstellbar sein und
- in Deutschland die Farbe rot (RAL 3000) haben.
Umgang mit Feuerlöschern

Gefahren beim Löschen mit CO2 in engen Räumen und Behältern
Kohlendioxid ist ein relativ schweres Gas (ca. 1,5mal schwerer als Luft). Es ist nicht brennbar, verdrängt Sauerstoff und ist dadurch sehr gut zum Löschen vieler Brände geeignet.
Beim Einsatz unter Erdgleiche sowie in kleinen Räumen kann es aber auch auf Grund der Sauerstoffverdrängung zu einer zusätzlichen Gefährdung für den oder die Löschenden kommen:
Ein 6kg Löscher erzeugt bei vollständiger Entleerung ein Volumen von rund 3270l gasförmigen Kohlendioxids. Eine Konzentration von 8 - 10 Vol.-% Kohlendioxid stellt bereits eine lebensbedrohliche Atmosphäre dar. Es lässt sich leicht nachvollziehen, dass diese in einem Raum von 40m³ bei Entleerung eines einzigen 6kg Löschers erreicht wird.
Auf Grund seiner großen Dichte sinkt das Kohlendioxid relativ schnell nach unten und es tritt eine Schichtung ein. Atembare Luft befindet sich oben, das Kohlendioxid in den unteren Bereichen.
Andererseits können bei Bränden in Anlagen der Stromversorgung oder der EDV giftige Substanzen entstehen, die bereits in geringen Konzentrationen ein hohes Gesundheitsrisiko darstellen und sich teils infolge ihrer geringen Dichte und teils auf Grund der Hitzeentwicklung nach oben konzentrieren.
Fasst man die mit einem Brand verbundenen Beeinträchtigungen der Atmosphäre zusammen, stellt die durch den Brand eingetretene Sauerstoffzehrung bereits eine große Gefahr dar. Die zweite gefährliche Komponente sind die giftigen Gase. Setzt man nun noch Kohlendioxid zum Löschen ein, kommt ein drittes Risiko durch das Löschmittel hinzu.
Für die Brandbekämpfung lassen sich daher einige Grundsätze hervorheben:
- Mit Handfeuerlöschern lassen sich prinzipiell nur Entstehungsbrände bekämpfen. Bereits nach wenigen Minuten kann die Bildung vieler giftiger Rauchgase eine lebensbedrohliche Situation darstellen.
- Beim Löschen von Entstehungsbränden mit maximalen und konzentrierten Einsatz von Löschmitteln die Brandbekämpfung vornehmen.
- Bei einsetzenden Atembeschwerden sofort Rückzug antreten - kein falsches Heldentum!
- Kohlendioxidlöscher nie unter Erdgleiche oder in kleinen Räumen einsetzen, solange sich dort Personen aufhalten.
CO2 - Konzentration in der Umgebungsluft
| 0,033 - 0,040% | Frischluft in der Natur |
| 0,07% | Stadtluft |
| 0,1% | Maximalwert nach Pettenkofer |
| 0,14% | Grenzwert in Büroräumen |
| 0,5% | MAK - Wert |
| 0,7% | Maximalwerte in Kinos nach der Vorstellung |
| 2,0% | physiologisch kurzzeitiger Toleranzwert |
| 2,0 - 4,0% | verstärkte Atmung, erhöhte Pulsfrequenz |
| 4,0 - 5,2% | Ausatemluft |
| 4 - 8% | Durchblutungsänderung im Gehirn, Kopfschmerzen, Schwindelgefühle, Brechreiz |
| 6 - 8% | Curareähnliche Lähmungserscheinungen |
| 8 - 10% | Krämpfe, schnelle Bewußtlosigkeit, Tod |
| 8 - 10% | Verlöschen einer Kerze |
| ab 20% | in wenigen Sekunden tödlich |
| 1 Vol.-% = 10000ppm |





