Tragbare Leitern
"Tragbare Leitern" sind Leitern, die auf Feuerwehrfahrzeugen mitgeführt, an der Einsatzstelle vom Fahrzeug genommen und an die vorgesehene Stelle getragen werden.
Anwendung
Tragbare Leitern können eingesetzt werden als
- Rettungsweg
- Angriffsweg
- Hilfsgerät
Arten
Genormte Leitern:
- Steckleiter
- dreiteilige Schiebleiter
- Hakenleiter
- Klappleiter
Steckleiter
- Steckleiter
Die Steckleiter ist die bei der Feuerwehr am häufigsten vorhandene Leiter, da sie am dynamischsten eingesetzt werden kann. Je nach Zweck und benötigter Höhe können bis zu vier Leiterteile ineinander gesteckt werden.
Sie ist eine Anstellleiter, d. h. sie benötigt ein feststehendes Objekt, an das sie in einem 65–75°-Winkel angelehnt werden kann (z. B. Hauswand, Baum). Es ist auch möglich, sie als Leiterbock zu verwenden, sie darf dann aber nicht bestiegen werden, sondern nur noch z. B. als Schlauchbrücke verwendet werden. Weiterhin kann ein Leiterteil auch als Behelfstrage oder zur Rettung von im Eis eingebrochenen Personen verwendet werden.
Feuerwehrfahrzeuge sind in der Regel mit einer zwei- oder vierteilige Steckleiter beladen.
dreiteilige Schiebeleiter

- dreiteilige Schiebeleiter
Die dreiteilige Schiebleiter ist eine Anstellleiter aus drei beweglich verbundenen Leiterteilen, die mit einem Zugseil auseinander gezogen werden kann.
Die genormte dreiteilige Variante hat zusammengeschoben eine Transportlänge von 5,60 m, komplett ausgezogen eine Einsatzlänge von 14 m. Damit wird eine Rettungshöhe von 12 m beziehungsweise das Erreichen des 3. Obergeschosses ermöglicht.
Unter-, Mittel- und Oberleiter haben jeweils 17 Sprossen. Eine Schiebleiter aus Holz wiegt 100 kg, die Ausführung aus Aluminium ist mit 75 kg deutlich leichter
Hakenleiter

- Hakenleiter im Einsatz (historisch)
Die Hakenleiter entsprach früher den Normen der Feuerwehr, was heute jedoch nicht mehr so ist (siehe unten). Sie ist 4,40 m lang und hat an der Oberseite einen Haken, mit dem sie in eine höhergelegene Öffnung eingehängt werden kann. Sie darf nicht als Anstellleiter verwendet werden, da sie nur für Zug-, jedoch nicht für Druckbelastungen ausgelegt ist. Da sie wie oben beschrieben z. B. an jeden Balkon oder in jedes Fenster gehängt werden kann, ist ihre Arbeitshöhe als einzige Leiter praktisch unbegrenzt.[2]
Sie wird nur selten eingesetzt, etwa wenn andere Leitertypen nicht geeignet sind. Hakenleitern mit Stahlhaken (68 cm) sind 11 kg schwer, Leitern mit Leichtmetallhaken (70 cm) wiegen etwa 9 kg. Der Haken hat 11 Zähne, damit die Leiter nach dem Einhängen nicht abrutschen kann. Die Spitze des Hakens ist nach unten umgebogen. Zwei Abweiser an der unteren Seite der Leiter sorgen dafür, dass ein ausreichender Abstand zur Wand bzw. Mauer erhalten bleibt. Die Holme der Hakenleiter bestehen aus Kiefern-, Lärchen-, Fichten- oder Eschenholz, die Sprossen, die mit zusätzlichen Sprossenankern verstärkt und in die Holme eingekeilt und verleimt sind, sind aus Eschenholz. An der Innenseite der Holme sorgt ein verzinkter Stahldraht dafür, dass die Leiter selbst im Falle eines Holmschadens benutzbar bleibt. Inzwischen sind aber Hakenleitern aus Aluminium mit einem titanverstärkten Stahlhaken üblich.
Die Hakenleiter wird im Regelfall von zwei Personen vorgenommen, jedoch stets nur von einer Person bestiegen (beide Truppleute steigen nach einander von Geschoss zu Geschoss).
Klappleiter

- Klappleiter
Die Klappleiter (auch Doppelleiter) ist eine Anstellleiter der Feuerwehr. Nach Norm (siehe unten) hat sie zusammengeklappt eine Länge von 3,26 m, auseinandergeklappt eine Länge von 3 m und ist somit die einzige genormte Leiter, deren Transportlänge größer als die Einsatzlänge ist. Zusammengeklappt hat die Klappleiter die Form eines Vierkantholzes mit abgerundeten Ecken. Sie benötigt so nur wenig Platz und kann leicht in einem Fahrzeug verstaut werden.
Die Klappleiter ist gut geeignet zum Überwinden kleiner Höhenunterschiede und für den Einsatz in engen Räumen oder Schächten. Die Klappleiter hat 9 Sprossen und wiegt etwa 10 Kilogramm. Die Holme bestehen in der Regel aus Fichten- Kiefern- oder Lärchenholz, die Sprossen sind aus Eschenholz und zusätzlich mit Stahlblech beschlagen. Die Holzteile der Klappleiter sind mit Leinöl geölt und mit einer Schicht aus Klarlack überzogen.
Steigetechniken
Leitern können im Paßgang oder im Kreuzgang bestiegen werden.
Der Körper ist dabei möglichst nahe an der Leiter zu bewegen. Die Hände erfassen die Sprossen im Klammergriff. Das Aufschaukeln von Leiterschwingungen ist zu vermeiden.
Paßgang
Der Passgang ist eine Technik, eine Leiter zu besteigen. Dabei werden abwechselnd der linke Arm und der linke Fuß sowie anschließend der rechte Arm und der rechte Fuß zusammen eine Leitersprosse hochgesetzt.

- Passgang beim Pferd
Kreuzgang
Einsatzgrundsätze
- Auf geeigneten Untergrund und sicheren Leiterstand achten!
- Auf richtigen Anstellwinkel achten (65° bis 75°)!
- Über Austrittsstellen müssen Leitern mindestens 3 Leitersprossen herausragen!
- Leitern nur an sichere Auflagepunkte anlegen und beim Betseigen sichern!
- Hakenleitern und Klappleitern mit jeweils nur einer Person belasten!
- Steckleitern und Schiebleitern mit maximal zwei Personen belasten (unabhängig von der Rettungshöhe!)!
- Hakenleitern nicht als Anstellleitern benutzen!
- Schiebleitern im Freistand nicht über die Stützstangen hinaus besteigen!
- Am Gebäude angestellte, unbesetzte Leitern dürfen nict ohne weiteres entfernt werden (ggf. Rückzugsweg!)!
- Beim Einsatz eines Strahlrohres von der Leiter aus folgende Sicherungsmaßnahmen treffen:
- Sicherung des Truppangehörigen mit dem Sicherungsseil des Feuerwehr Sicherheitsgurtes,
- ausreichende Sicherung / Befestigung der Leiter am Leiterkopf,
- Einhaltung der Sicherheitsabstände nach DIN VDE 0132 "Brandbekämpfung in elektrischen Anlagen",
- seitliches Schwenken des Strahlrohres bis zu maximal 15°!
- zur Vermeidung von Druckstößen, Strahlrohre langsam öffnen und schließen!
- Keine Verlegung von Schlauchleitungen auf Leitern oder Befestigung von Schlauchleitungen an Leitern. Ausnahme: Strahlrohreinsatz direkt von der Leiter aus! Nach erfolgtem Löscheinsatz ist die Leiter als Rettungs - und Angriffsweg sofort freizumachen!
- Beim Aufrichten und Instellungbringen von tragbaren Leitern elektrische Freileitungen nicht berühren und erforderliche Sicherheitsabstände zu unter Spannung stehenden Leitungen und Anlagen einhalten!
| Spannung in Volt: | Mindestabstand in Meter: |
|---|---|
| bis 1000: | 1 |
| über 1000 bis 110000: | 3 |
| über 110000 bis 220000: | 4 |
| über 220000 bis 380000: | 5 |
| und bei unbekannter Spannung: | 5 |
FwDV 10 - Feuerwehr Dienstvorschrift 10
Die Feuerwehr Dienstvorschrift 10 behandelt das Thema "tragbare Leitern".








